Landwirtschaft und Handel

Grundlage für eine dauerhafte  landwirtschaftliche Nutzung der Marsch war der Deichbau. Erst danach konnte die fruchtbare Gegend vielseitig genutzt werden.

Deichbau und Deichlinien

Um in der Marsch wohnen zu können, baute man Häuser auf natürlichen Erhebungen oder künstlichen Erdhügeln, sogenannten Wurten. Zusätzlich wurden größere Gebiete mit einem Deich umbaut. So entstanden einzelne Feldflure, die vor dem Wasser der Elbe und ihren Nebenflüssen weitgehend geschützt waren.

Obst- und Gemüseanbau in der Vogtei Neuland

Für die landwirtschaftliche Nutzung wurden lange, schmale Feldflächen mit Entwässerungsgräben angelegt. Auf den höheren Flächen konnte Ackerbau betrieben werden, die feuchteren Gebiete wurden für die Viehhaltung genutzt.  Der Gemüse- und Obstanbau hatte seine Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Getreideanbau hatte eine große Bedeutung in der Landwirtschaft. Over, 1930er Jahre. (Sammlung E. Schreiber- Andresen)
Landwirtschaft in der Marsch

Mit dem Bau von Deichen und der systematischen Entwässerung konnte auf den Marschböden saisonunabhängig Landwirtschaft betrieben werden. Der fruchtbare Boden machte den Anbau von Weizen möglich, was für Norddeutschland etwas Besonderes war. Daneben baute man Raps, Bohnen, Lein und Hanf an. Lein und Hanf verschwanden im 19. Jahrhundert nach und nach.

Die Viehzucht in der Elbmarsch

Lange Zeit diente die Viehhaltung dem praktischen Zweck. Pferde und Rinder halfen bei der Feldarbeit, Schweine wurden geschlachtet. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Kühe, Pferde und Geflügel gezielt gezüchtet. Eine Besonderheit in der Marsch waren sogenannte Wintermastküken, die im Winter in den Häusern gemästet und dann vor allem auf den Hamburger Märkten verkauft wurden.

In der Viehauktionshalle in Winsen fanden regelmäßige Auktionen statt, um 1960. (Museum im Marstall)
Bardowick als früher Handelsort

Bardowick war im frühen Mittelalter (800-1100 n. Chr.) ein wichtiger Grenzort zum Slawenreich im Osten. Der (Waffen-) Handel mit den Slawen lief über Bardowick. Von hier gab es Handelswege in alle Richtungen. Das Lüneburger Salz brachte zusätzliche Einnahmen. Es wurde in Bardowick auf Schiffe geladen.

Gemüse und Samen aus Bardowick

Bardowick verlor um 1200 seine Bedeutung als Grenz- und Handelsort. Der Gemüse- und Saatguthandel gewann an Bedeutung und machte Bardowick weithin bekannt. Hamburg wurde ein wichtiger Absatzmarkt. Über die Ilmenau fuhren die Gemüseschiffer in die Großstadt.

Warentransport auf der Ilmenau

Das Bardowicker Gemüse wurde über Ilmenau und Elbe nach Hamburg gebracht. Flussabwärts konnten die Schiffe mit der Strömung fahren. Auf dem Rückweg, flussaufwärts, konnten die Ewer zum Teil gesegelt werden. Dort, wo die Ilmenau sich zuviele Wendungen hatte, musste getreidelt werden, d.h. die Schiffe mussten per Hand oder mit Pferden gezogen werden.

Vom Land auf die Elbe

Der Transport von Waren über den Wasserweg war von großer Bedeutung. Die Luhe und die Ilmenau waren für die Region wichtige Wasserstraßen Richtung Elbe und dann weiter nach Hamburg. Sie waren aber nur für kleiner Schiffe befahrbar. Anlandeplätze für größere Elbschiffe und Dampfschiffe lagen vor dem Neubau des Stöckter Hafens entlang der Elbe, unter anderem in Hoopte. 

Der Hafen Stöckte

Der Stöckter Hafen wurde 1886 zum gewerblich genutzten Hafen ausgebaut. Bis 1983 war er als öffentlicher Hafen gewidmet. Seither ist er privatisiert. Bis Ende des 20. Jahrhunderts wurden hier Waren für die Winsener Fabriken und Firmen umgeschlagen und viele Gemüseschiffe starteten von hier zum Hamburger Großmarkt. Heute sind die Kräne abgebaut und die Lagerhallen umgewidmet. 

Die fünf Museumsinseln

An fünf Orten in der Elbmarsch sind (ab Mai 2023) „Museumsinseln“ – kleine Außenstellen des Museums im Marstall – installiert. An den dortigen Infotafeln erfahren sie Wissenswertes zur Geschichte und Kultur der Elbmarsch. Das Leben an und mit dem Wasser ist dabei ein zentrales Thema. 

Die einzelnen Standorte können Sie unten anwählen.

Thematische Gliederung

Was ist das Besondere an der Region der Elbmarsch? Die Elbe und ihre Nebenflüsse prägen seit jeher das Leben und die Kultur der Marschenregion zwischen Seevetal und Bardowick. Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten – thematisch geordnet – über geschichtliche Hintergründe, über Charakteristika dieser Region und vieles mehr… 

25 Entdeckerorte

Die 25 Entdeckerorte der Diekkultur, die in der Elbmarsch aufgestellt sind, informieren Sie vor Ort über regionale Besonderheiten. Wie die Museumsinseln dienen Sie Ihnen dazu, die Elbmarsch besser kennen zu lernen und zu verstehen.

Über den Link werden Sie weitergeleitet zur Seite „Diekkultur“, die unabhängig vom Museum geführt wird.

Die fünf Museumsinseln

Museumsinsel Mühlenpott

Am sogenannten „Mühlenpott“ am Drager Weg befinden Sie sich inmitten der Marsch, am Drennhäuser Hinterdeich. Hier geht es im Schwerpunkt um das Thema der Entwässerung

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Museumsinsel Laßrönne

Die Museumsinsel Laßrönne thematisiert im Schwerpunkt das Thema Deich. Sie liegt direkt am Elberadweg und gibt Ihnen spannende Informationen zum Deichbau und zur Deichunterhaltung. Während

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